Reisefotografie – 10 Fototipps von Oliver Bolch

Reisefotografie Fototipps von Oliver Bolch

Auf Reisen werden wir ständig mit neuen Bildern konfrontiert, die wir nach Hause mitnehmen wollen. Durch die digitale Technik, in der ein Bild schnell gelöscht werden kann, wird oft wie im Rausch einfach alles fotografiert, was sich vor dem Objektiv befindet, ohne zu überlegen wie das jeweilige Motiv am besten zu gestalten wäre. Wenn man zum Beispiel auf den Kamerastandpunkt, Bildaufbau und Lichtverhältnisse achtet, lassen sich Ergebnisse erzielen, die sich sehen lassen können. Ein gutes Foto muss den Betrachter fesseln, eine Stimmung wiedergeben bzw. eine Geschichte erzählen.

Reisefotografie Fototipps

Oliver Bolch, Reisefotograf
ECUADOR / Galapagos / Südamerika

1.    Gute Reisefotografie beginnt schon mit der Vorbereitung. Informieren Sie sich über die Orte, die Sie besuchen wollen. Sie sind dann besser im Stande , das Spezifische an ihnen einzufangen. Dabei helfen Reiseführer, Internet, Bildbände und Landkarten. Und lernen Sie ihre Kameraausrüstung beim Fotografieren zu Hause kennen. Wenn die Kamera für Sie noch neu ist, packen Sie die Anleitung ein. Sparen Sie nicht an Speicherkarten oder Filmen und nehmen Sie immer eine geladene Ersatzbatterie mit.

2.    Mit den Möglichkeiten der Bildbearbeitung wird oft nicht mehr auf die richtige Belichtung geachtet. Zu Hause sitzen Sie am Computer und versuchen das Beste aus den Bildern herauszuholen. Bei den Hunderten oder Tausenden Bildern dauert das meist länger als die Reise. Auch in der Digitalfotografie sind Filter wie Polfilter und Verlauffilter für das ideal belichtete Bild äußerst nützlich und erspart viel Zeit mit der Bildbearbeitung.

3.    Stehen Sie mal vor Sonnenaufgang auf und nützen Sie das Morgenlicht, während die Familie genüsslich weiterschläft. In vielen Orten ist das auch die einzige Möglichkeit Bilder ohne Touristenhorden zu machen.

Bolch_Paris_Tip4_small

Frankreich, Paris. Eifelturm durch die Scheibe des Friedensdenkmals fotografiert.

4.    Es kommt nicht auf die Kamera an, sondern auf die Bildidee. Gehen Sie in die Knie, suchen Sie einen erhöhten Standpunkt, wagen Sie einen Schritt zur Seite und finden Sie einen eigenen Blickwinkel. Frosch- und Vogelperspektive erregen mehr Aufmerksamkeit als ein Bild aus normaler Augenhöhe.

Reisefotografie-Fototipps

Tanzania, Muslimische Frauen mit Kindern in Zanzibar.

5.    Einer der interessantesten Aspekte einer Reise ist die Bekanntschaft fremder Menschen zu machen. Ein paar Redewendungen in der fremden Sprache helfen die Kluft zwischen den Kulturen zu überbrücken. Wichtig ist ein Reisewörterbuch, wenn Sie die Sprache des Landes nicht beherrschen. Bevor Sie fremde Menschen fotografieren wollen, Bitten Sie vorher um Erlaubnis. In islamischen und einigen afrikanischen Kulturen zum Beispiel sind die Menschen aus religiösen Gründen nicht bereit, sich fotografieren zu lassen. Das typische Format für Porträts ist natürlich das Hochformat, aber versuchen Sie auch mal ein Bild im Querformat. Sie sollten immer auf die Augen scharfstellen. Ein leichtes Teleobjektiv von 70 bis 120 mm ist ideal für Porträts. Da muß man seinem Gegenüber die Kamera nicht direkt vors Gesicht halten um ein vollformatiges Porträt zu schießen. Aber auch mit dem Weitwinkel lassen sich interessante Begegnungen festhalten, indem mann auch die Umgebung mit auf das Bild bekommt.

Reisefotografie-Fototipps

China, Peking,Menschen beim Spiel vor ihrem Haus in einem Hutong (traditionelles Wohnviertel).

6.    Fangen Sie das Alltagsleben ein, Szenen die den dortigen Menschen zwar ganz gewöhnlich erscheinen mögen, in Wirklichkeit aber das Typische eines Ortes oder Landes ausmachen.

Peru, Cusco, Inti Raymi Fest.

Peru, Cusco, Inti Raymi Fest.

7.    Erkundigen Sie sich schon vorher, ob in der Nähe Ihres Urlaubsortes Feste stattfinden. Durch die festliche Atmosphäre verlieren viele Menschen ihre Scheu und lassen sich sogar gerne fotografieren. Auch Märkte sind an farbenfrohen Bildmotiven kaum zu übertreffen.

Reisefotografie-Fototipps

Familie auf Moped in Kambodscha.

8.    Die alltäglichen Fortbewegungsmittel in einem fremden Land sind genauso typisch für ein Land wie eine Tracht oder die Küche und können ein fesselndes Thema sein. Verwenden sie ruhig mal längere Belichtungszeiten und ziehen mit dem Motiv mit um das Transportmittel in Bewegung zu zeigen.

9.    Reisen Sie mit leichtem Fotogepäck. Es macht viel mehr Spaß mit einer Kamera und zwei guten Zoomobjektiven durch die Gegend zu streifen als mit einer schweren Kameratasche. Außerdem bekommen Sie mit großen und schweren Kamerataschen oder Kamerarucksäcken, die Sie als Handgepäck in den Flieger mitnehmen wollen, bei immer mehr Fluglinien Schwierigkeiten.

Argentinien, Monte Leon Nationalpark.

Argentinien, Monte Leon Nationalpark.

10.    Reinigen Sie ihre Kamera und Objektive immer wieder. Vor allem am Meer und in staubigen Gegenden zerfressen Sand und Salzwasser ihre Kameraausrüstung.

Ich habe tolle Urlaubsfotos – was kann ich jetzt mit den Fotos machen?

Wer kennt das nicht? Man kommt aus dem Urlaub mit unzähligen Bildern nach Hause und die Fotos landen auf einer der Festplatten wo sie dann “vertauben”. Ein gedrucktes Foto ist etwas besonderes, dieser finale Schritt wird jedoch gerne vergessen. Dabei ist die Ausarbeitung einzelner Fotos einfacher und günstiger denn je. Die zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten wie z.b. Fotobücher, Kalender oder Leinwanddrucke bieten außerdem Abwechslung und eine tolle Erinnerung an einen spannenden Urlaub. Und seien Sie ehrlich, ein Fotoalbum oder ein CEWE FOTOBUCH zeigt man lieber her als ein Facebook Album oder eine Powerpoint Präsentation. Welche Möglichkeiten es gibt und wie diese umgesetzt werden können ist u.a. in der Themenwelt “Fernreise” bei Foto.at schön zu sehen: http://www.foto.at/themenwelten/fernreise.html

Zur Person: Oliver Bolch

Oliver Bolch entdeckte die Liebe zur Reisefotografie auf seiner ersten 9-monatlichen Tourch durch Kanada, USA und Mexiko. Er widmete sich vollkommen dieser neuen Leidenschaft, es folgten zahlreiche weitere Reisen in alle Winkel unseres Erdball. Sich selbst beschreibt der Fotograf als ‘Allrounder’: ‘Ich fotografiere gerne alles, was überraschend, interessant und packend ist – ob Mensch, Flora und Fauna oder Städte und ihre Architektur.’ Zu seiner Homepage: www.oliver-bolch.at

Über den Autor Alle Beiträge anzeigen

Monique

Monique

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.